Panama: Mehr als nur ein Kanal

Veröffentlicht am 18. Januar 2026 um 22:13

Zwischen Chaos, Tropenluft und Rooftop: mein persönliches Panama

 

Corona machte mir einen Strich durch die Liste der Destinationen, die ich bereisen wollte. 2025 war es dann aber soweit: es ging nach Panama, dem Nachbarland von meinem geliebten Costa Rica, über das ich später berichten werde. Mit Spannung, Neugier, Freude und Aufregung im Koffer bestiegen wir das Flugzeug in Richtung Mittelamerika. 

In Panama City angekommen klappte zunächst alles reibungslos, der gebuchte Taxi Fahrer kam, der Flug war pünktlich, die Müdigkeit durch den Jetlag war auch mit angekommen. Es ging zu unserem Airbnb, und dort erwartete uns nicht nur der typische Regenzeit Regen, nein, auch eine weitere Überraschung, nämlich, dass wir unsere gebuchte Unterkunft nicht beziehen konnten/durften. Zum Glück gab mir der Taxi Fahrer sein Handy um mit dem Verantwortlichen zu sprechen. Was ein Glück, dass ich spanisch spreche. Der Inhaber des Appartements beteuerte es, dass wir die Wohnung nicht beziehen konnten. Angeblich gab es eine Überbuchung über booking.com...ha ha..., dass ich nicht lache. Der Taxi Fahrer ließ uns mit dem Gepäck, dem Ärger und der Müdigkeit alleine in einem Hauseingang und wir warteten...und warteten...schliefen halb auf dem Sessel ein...und ich rief nochmal an, um zu fragen, wann der verehrte Herr uns denn mal die Ehre erweist, sich um das Problem zu kümmern. Ich gehe jetzt nicht in jedes Detail, denn das würde hier den Rahmen des Berichtes sprengen. Er kam dann irgendwann, sagte immer wieder, dass es ja nicht seine Schuld sei, sondern die von booking.com...bla bla bla....Er nahm uns samt Gepäck mit und teilte uns mit, dass er noch ein anderes Appartement hat, in dem wir bis morgen bleiben können.

Das eigentlich gebuchte Appartement mit Blick zum Meer und mein Pool mussten also warten...stattdessen lud er uns zum Essen ein, ging mit uns einkaufen, redete ununterbrochen und zu guter Letzt gab er uns noch eine Sightseeing Tour durch die Altstadt von Panama und wollte immer wieder bestätigt haben, dass Panama doch so viel schöner als Costa Rica ist. Woher sollte ich das zu diesem Zeitpunkt beurteilen können? Meine Tochter schlief fast im Auto ein und auch ich konnte seinem spanischen Redeschwall kaum noch folgen. Die Krönung des Abends, oder eher der Nacht folgte aber noch. Angekommen in seinem anderen Appartement, mitten in der City, waren wir nun...dort, wo ich niemals hätte wohnen wollten, nämlich vergittert mit Ausblick auf eine Mauer mit Stacheldraht, einer dunklen Wohnung, einem Angestellten, der seine Wäsche in aller Seelenruhe wusch und dann in den Trockner packte. Herrlich...kurzzeitig dachte ich , dass ich vielleicht halluziniere und wirklich im "Knast" gelandet war, vor lauter Müdigkeit. Der Vermieter wollte dann erst mal sein Geld kassieren, für eine Leistung, die er bis dato gar nicht geleistet hatte, wusch die Wäsche zu ende. Und wir??? lagen auf dem Bett und ich wusste plötzlich nicht mehr, ob ich lachen oder heulen sollte...irgendwann ist er dann gegangen und wir wollten nur mal eben duschen. Zum Glück kenne ich Mittelamerika sehr gut, daher versetzte mich diese Art von Dusche auch nicht in Panik. Jeder Deutsche hätte sich spätestens jetzt geweigert hier zu duschen. Zur Erklärung: es gab eine Dusche, auch warmes, fließendes Wasser...aber oben auf dem Duschkopf war sozusagen die Warmwassereinstellung in Form von einem kleinen Griff, den man zur Seite bewegen muss, je nachdem wie warm man duschen möchte. Das Interessante daran war, dass die Funken nur so sprühten, weil das Gerät auch Kabel beinhaltete. Actio gleich Reactio! Wer in Physik aufgepasst hat, weiß, dass sich Wasser und Strom nicht so mögen. Gut, manche werden auf der Toilette vom Blitz getroffen, andere beim Duschen...uns war es einfach nur noch egal, denn frisch geduscht landeten wir im Tiefschlaf! Ein Gutes hatte das Ganze aber: wir hatten am nächsten Tag und auch später KEINEN Jetlag, dank unseres Vermieters. 

Am nächsten Tag bezogen wir dann auch endlich die Wohnung mit Meerblick. Abgesehen davon, dass das Appartement natürlich noch nicht fertig war; am NACHMITTAG wohlgemerkt...der Angestellte putzte erst einmal und bezog die Betten. Später am Abend kam dann noch der absolute Knaller: der Herd funktionierte nicht, der war abgestellt, stattdessen durfte ich auf zwei Kochplatten kochen, der Trockner trocknete die Wäsche Tage später nicht und wir haben tagelang, EISKALT geduscht! Auf meine Frage hin, warum es denn zumindest kein lauwarmes Wasser gibt, bekam ich die Antwort: es sei die Feuerwehr da gewesen und die Sicherung vom Heißwasserboiler sei durchgebrannt. Ich hätte am liebsten laut losgelacht...unser Vermieter war äußerst kreativ in seinen Geschichten und wir machten das Beste daraus. Ich habe in der Tat noch nie so sparsam geduscht und mich Tage später noch nie so gefreut, wieder warm duschen zu können. 

 

Casco Viejo 

Wir haben uns die Freude und den Spaß an der Destination, Panama, nicht verderben lassen. Wir hatten eine Stadtführung mit einem Einheimischen durch Casco Viejo gemacht und durch die malerischen und charmanten Straßen des historischen Viertels spaziert. Wir haben unheimlich viel Info über den Panama Kanal bekommen, wofür ja das Land u.a. bekannt ist, über die Historie der Bevölkerung, über antike Hotels, die mitten in der Altstadt liegen und natürlich über die alte Tradition, dem Hut machen. Durch die Hut Straße bekamen wir nochmal einen besonderen Einblick in das Handwerk. Die Menschen vor Ort sind einfach unglaublich freundlich, gut gelaunt, neugierig und immer auf einen Plausch bereit. Wir haben es sehr genossen. 

 

Katamaran 

Das weitere Highlight war eine Tour mit dem Katamaran mit lauter lustigen Menschen, vor allem US Amerikanern. Die Guides haben uns viel über die Piraterie erzählt und über kleine Inseln. Wir legten an und sprangen ins Meer. An dem Tag hatten einige andere Touristen wohl die gleiche Idee und so sah man sich an einem weißen Strand wieder. Es war alles in allem ein gelungener Ausflug. 

 

Panama Kanal 

Und was darf in Panama natürlich nicht fehlen? Ja, natürlich der Kanal....für meine Tochter furchtbar langweilig, für mich ganz toll. Man kommt gut und günstig mit einem uber dorthin und man sollte möglichst in den vormittags Stunden hinfahren. Zum einen, weil dann die Frachter eher durchfahren und zum anderen, weil der Besucherstrom nicht ganz so groß ist. Es macht Sinn, das Ticket bereits im Voraus zu haben, wenn man nicht stundenlang in der Warteschlange stehen möchte. Vor Ort, muss man sagen, dass der Kanal zunächst einmal völlig unspektakulär aussieht. Aber dann hatten wir wahnsinniges Glück: es kamen gleiche mehrere Frachter, die den Atlantik durch eine Abkürzung in den Pazifik nahmen. Für mich ein unglaubliches Wunder, denn die Seefahrer sparen Zeit und Diesel, nur um durch den Kanal fahren zu können. Die Schleusen werden dafür extra geschlossen, der Wasserstand dementsprechend angehoben, bzw. gesenkt, damit die riesigen Frachter durchfahren können. Das Ganze passiert mit einem enormen "Hup Konzert" und Beteiligung der anwesenden Zuschauer. Beeindruckend! Witzig war, dass bevor die großen Frachter kamen, ein kleines Segelboot den Panama Kanal passierte. In Relation betrachtet war das schon eine Augenweide! Ich kann das Spektakel nur empfehlen für Leute, die sich für die Seefahrt, den Kanal und Panama interessieren. Meiner Meinung nach darf man Panama nicht verlassen, ohne den Kanal zumindest einmal gesehen zu haben. 

 

Einkaufen und Preise in Panama

Ok, wir befinden uns zwar in Mittelamerika, aber das bedeutet nicht zwangsweise, dass hier alles günstig ist. Die Währung ist hier der US Dollar und auch der Panama Colon, aber es wird hauptsächlich in $ gezahlt. Geht man in einen Supermarkt einkaufen, wundert man sich eher über die Preise, denn Obst und Gemüse ist keineswegs günstiger als in Deutschland. Aber die Supermärkte sind sehr gut sortiert und man kann prima einkaufen. 

We einheimisch essen möchte, kann das zweifelsohne etwas günstiger tun und es lohnt sich. Das berühmte Kratzeis, "raspado" ist empfehlenswert. Es besteh aus geschabten Eis mit unterschiedlichen Sirup Soßen, Kondensmilch und Milchpulver. Wer spanisch spricht, bekommt es für einen Dollar, ansonsten ist es in der Stadt sehr teuer, zwischen 4 und 5 Dollar. Wir kennen die ähnliche Variante aus Costa Rica und lieben es natürlich. 

 

 

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