
Italien im Hochsommer
Dolce Vita, heißes Italien, überfüllte Strände und Städte, Vulkanausbrüche, Waldbrände und viel gelato....die Reise geht ins turbulente Neapel, oder auch Napoli, wie die quirlige Stadt auf italienisch heißt. Neapel sehen und sterben, oder einfach eine Stadt, die man entweder mag oder nicht. Eine Stadt, die viel zu bieten hat und vor allem mit dem Umfeld: Insel Capri, dem Vulkan Vesuv, oder einer schönen Altstadt, in der man sehr italienisch seinen Cappuccino genießen kann. Wir sind diesmal nur auf der Durchreise, wollen unseren Mietwagen abholen und dann Richtung Salerno, einer Hafenstadt, südöstlich von Neapel fahren.
Wir haben ein Airbnb in den Bergen gebucht. Wie sich sehr schnell herausstellt, war das absolut die richtige Entscheidung. Es wird nämlich heiß, sehr heiß in Italien und das Thermometer steigt an einigen Tagen bedrohlich auf die 40 Grad zu. Bei uns oben im Appartement ist es auch warm, aber die Luft ist deutlich besser, als in der stickigen Stadt und wir haben vor allem eine wunderbare Aussicht auf Salerno und die Berge. Und, wir sind abseits vom Trubel, denn zur gleichen Zeit haben auch die Italiener Ferien...es wird daher laut, voll und teuer...
Wir sind in der Nähe von Salerno, der Hafenstadt und starten unseren ersten Einkauf: wir brauchen Lebensmittel, sind gerade gelandet, versuchen im Verkehr der Italiener mit dem Mietwagen zu überleben und dann passiert es....meine Tochter ist der "Navi" und manövriert den Fahrer gelassen durch den Abendverkehr in Salerno mit den Worten: "bitte ein bisschen links halten". Das führte dazu, dass wir nun prompt im Gegenverkehr des Kreisverkehrs landeten und uns ein Rudel von italienischen Autofahrern wütend mit einem Hupkonzert empfingen. Ganz entspannt, wie der deutsche Urlauber so ist, setzt er mitten im Kreisverkehr den Rückwärtsgang, um die richtige Ausfahrt zu nehmen. Bravo, geschafft! Und nun zum Supermarkt, der mitten in der Stadt ist und zum Glück über genügend Parkplätze verfügt, was aber im Laufe des Urlaubs noch eine sportliche und teure Herausforderung wird.
Wir haben am nächsten Tag viel vor: vor allem möchten wir an den Strand und ins Meer...150 Millionen (gefühlte;-) Italiener auch....in Salerno angekommen fanden wir tatsächlich direkt an der Strandpromenade einen Parkplatz, sogar gratis...einer der ganz wenigen im Urlaub....der Strand...nun ja, voll war da eher untertrieben, es war BRECHEND voll , aber wir ließen uns so schnell nicht aus der Ruhe bringen. Wir fanden noch weißen Sand und blaues Meer....sogar Duschen gab es, die so kalt waren, dass man sich danach in der Sonne aufwärmen musste.
Mein Vater fand indes eine "gelateria" und wie sich hinterher herausstellte, wurde sie unsere Lieblingseisdiele, weil das Eis unfassbar lecker und einigermaßen günstig war. Den Link dazu schicke ich euch. Dieses Eis MUSS man unbedingt probieren. Es ist ein Familienunternehmen, das Eis herstellt und Geduld mit deutschen Touristen hat, die einigermaßen gut italienisch sprechen, sich aber nie entscheiden konnten, welche Eissorten sie jetzt nehmen oder ob in der Waffel oder im Becher.
Salerno ist eine absolut empfehlenswerte Stadt. Sie punktet mit guter Infrastruktur, guten Restaurants, einer tollen Strandpromenade, dem zweiten Lieblings Eiscafe und ein Traum zum Shoppen für meine Tochter und mich. Die Altstadt ist wunderschön, ich konnte nicht genug von diesem italienischen Flair bekommen, die Italiener selbst sehr freundlich, laut aber lustig. Wir haben mehrmals gut in Salerno zu Abend gegessen und die Altstadt sehr genossen.
Falls man vorhat, nach Capri zu fahren, ist dies mit der Fähre möglich, man kann das auch von Salerno aus machen. Das Auto kann man KOSTENLOS parken, wenn man bereit ist, ein paar Meter zu gehen. Ich empfehle dort zu parken, wo die Wohnhäuser sind, dort sind auch die Parkbuchten. Bitte NICHT direkt im Hafen parken, das ist sehr teuer!
Capri:
wie schon erwähnt, bitte VORAB eine Fähre buchen! Die Plätze sind nur begrenzt und im Sommer kann man sich den Fahrplan herunterladen. Es gibt eine Schnellfähre und eine normale. Die schnellere fährt ca. 30 min weniger. Es macht Sinn, früh morgens zu fahren, denn es kommen noch ganz viele andere auf die gleiche Idee. Wenn man morgens auf Capri ankommt, ist der Besucherstrom noch erträglich. Es gibt mehrere Möglichkeiten in das Stadtzentrum zu kommen. Wer ausgesprochen gut zu Fuß und wirklich fit ist, kann im Hochsommer bei 35 Grad hochgehen, viele Treppen und Steigungen...oder die bequemere Art ist es, mit einem der "kleinen" Busse hochzufahren. Man ist in ca. 10 Minuten oben und kein Spitzensportler schafft das in dieser Zeit! Die Tickets bekommt man direkt am Hafen, man kann das nicht übersehen, es sind auch überall Schilder, in welcher Richtung die Busse fahren. Man könnte aber auch die Schienenbahn nehmen. Wir hatten uns für die "italienische" Art entschieden.
Das Stadtzentrum ist sehr schön mit vielen Gassen und Geschäften, Restaurants usw...wenn NICHT zu viele Touristen vor Ort sind. Etwas abseits ist es erheblich ruhiger und schöner. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus, wie die Häuser in die Felsen gebaut worden sind und vor allem gibt es eine ganz tolle Variante für all die Senioren:innen. Es fährt ein extra für diesen Zweck eingerichteter Bus, wenn man das Gefährt denn so nennen möchte um diese zu transportieren, oder auch um die Einkäufe in die Haushalte zu bekommen. Einfach toll! Capri ist absolut sehenswert und wenn man gut essen möchte und es lieber ruhiger mag, sollte man dies außerhalb vom Stadt - oder Hafenzentrum tun. In den Ballungszentren ist es im Hochsommer, laut, voll, unpersönlich und teuer.
Amalfi:
es war schon länger mein Traum/Wunsch an die Amalfi Küste zu fahren. Ich hatte die Bilder über youtube gesehen und war begeistert. Vor Ort war das ein klein wenig anders...aber eins nach dem anderen. Es macht Sinn, wenn man sich zutraut, viele Kurven durch die Berge zu fahren, also die Küstenstraße zu fahren. Ich habe selten auf der Welt eine so landschaftlich schöne Strasse gefahren. Der Blick ist immer traumhaft, sehr kurvenreich. Empfehlung hier: man hat einen AUTOMATIK Mietwagen, denn sonst ist man nur am schalten und am bremsen. In Amalfi angekommen ist die Parkplatzsuche ein Sechser im Lotto. Wir gewannen an diesem Tag den Jackpot, wir bekamen einen Parkplatz am Hafen. Der Strand war völlig überbevölkert, das Stadtzentrum war auch voll, aber im Sommer ist es das überall. Man kann zu Fuß vom Hafen in das Zentrum gehen und es lohnt sich. Wunderschöne Gassen mit vielen Boutiquen, Restaurants, Bars, Souvenirgeschäften und mit sehr vielen ZITRONEN. Überall werden diese vermarktet, in Seife, Bonbons, Getränken, Magneten, Kleidung...und dem berühmten Zitroneneis, dass man in einer Zitrone kaufen kann. Stolze 10 Euro! Gut, meine Tochter wollte unbedingt eins haben, und es war auch das Einzige und letzte für diesen Preis. Schließlich kommt es auch Amalfi! Kann man mal machen....
Essen gehen: teuer und wenig italienisch. Ich war enttäuscht. Ich hatte eine Lasagne bestellt. Ich hatte noch nie so eine kleine Portion, die zu allem Überfluss auch noch kalt und teuer war. Die Inhaber der Trattoria waren bemüht, sehr freundlich, aber ich empfehle es NICHT, in Amalfi essen zu gehen. Das geht an der Amalfiküste erheblich besser.
Positano:
der Nachbarort von Amalfi. Auch berühmt durch seine Häuser in den Felswänden. Wunderschön von der Küste aus anzuschauen. An jenem Tag war jedoch das Prinzip des "over tourism" deutlich zu spüren. Wir fuhren mit dem Auto und die Innenstadt war noch voller als in Amalfi, die Einheimischen waren gereizt, die Touristen rücksichtslos. Wir bekamen KEINEN Parkplatz und wir konnten nur durch den Ort mit dem Auto schleichen und ich war sehr erschrocken. Ich kann voll verstehen, dass die einheimische Bevölkerung das nicht ertragen kann. Wenn man an die Amalfiküste fährt, sollte man dies NICHT im Hochsommer tun. Alle Italiener haben auch Ferien und es ist überall ÜBERFÜLLT! Besser in der Vor oder Nachsaison fahren, dann ist es ruhiger.
Auf dem Rückweg fanden wir eine ganz tolle Grotte, die meiner Meinung nach unterbewertet ist, die man sich aber durchaus anschauen kann. Sie heißt Smaragdgrotte, weil sie vom strahlend blauen und smaragdgrünen Licht durchflutet ist ( grotta dello Smeraldo).
Vietri sul mare:
der Eintritt in die Amalfi Küste. Ein kleines Örtchen in der Provinz Salerno. Die Altstadt ist überschaubar, wunderschön. Überall kann man handgemachtes Porzellan zu fairen Preisen kaufen. Um einiges günstiger als in Amalfi. Auch die Restaurants sind nicht so überlaufen und überteuert. Der Strand ist ebenfalls ok. Es gibt einen kostenpflichten Beach Club oder auch den freien Strand, an dem auch wieder viele Italiener waren und auch Strandliegenverkäufer. Spricht man italienisch, bekommt man den Sonnenschirm um die Hälfte günstiger. Trotzdem empfehlenswert! Für mich war Vietri sul mare, der heimliche Gewinner.
Verkehr in Italien:
man braucht starke Nerven! Die Italiener, vor allem die Vespa Fahrer, sind unberechenbar und rasant unterwegs, sowohl in der Stadt, auf der Landstrasse, wie auch auf der Autobahn. Dies sollte man vorab wissen, wenn man sich einen Mietwagen nehmen möchte. Und am besten einen Automatikwagen, wenn man an die Amalfi Küste fahren möchte.
Unternehmungen:
leider ist aufgrund der damaligen Waldbrände, der Besuch beim Vesuv storniert worden, so, dass ich darüber nichts sagen kann. Lohnt sich aber bestimmt.
Pompeij :
lauter tote Steine, wie meine Tochter sagte....:-) ich fand es gut, wenn man Lust hat, kann man auch eine Tour in sämtlichen Sprachen buchen und es stehen überall Schilder, wo man über die Geschichte informiert wird.
Neapel: lohnt sich auf jeden Fall einen Stadtrundgang zu machen!
Links:
Eisdiele
Gelateria Cioffi 1955 in Salerno
Bar Gelateria Nettuno
Strände:
Spiaggia Santa Teresa
Spiaggia di Maiori
Marina di Vietri
Pizzeria
in Salerno gegenüber von der gelateria Cioffi 1955: gut und günstig
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