
Ein etwas holpriger Start
Zugegeben war meine Anreise in dieses Land etwas holprig. Es sollte von DUS nach Managua gehen, einen Zwischenstopp in Madrid und Salvador geben. Am Ende wurden es fünf Flughäfen in 1,5 Tagen, viel Warterei, Ärger, schlaflose Stunden und blanke Nerven. Nach Madrid ging noch alles planmäßig, aber in Madrid ging das Chaos los. Die Maschine nach San Salvador hatte 45 Minuten Verspätung und auf einmal stand am Gate auch Guatemala, wo ich zwar gerne nächstes Jahr hinwollte, aber in keinem Fall in diesem Jahr. Viele Stunden später stellte sich das Gegenteil heraus. Wir saßen in der. Maschine, ich hatte kaum geschlafen und wunderte mich zum einen über die komischen Geräusche im und am Flugzeug und war der Meinung, nach zwei Stunden längst in der Luft zu sein. Irrtum! Das Flugzeug wurde aufgrund eines technischen Defektes geräumt, wirkliche Infos, wie es weitergehen soll, bekam man nicht. Zugegebenermaßen spielte auch heute ausgerechnet Spanien im Endfinale und nichts ging mehr in Madrid. Etliche Stunden später erfuhr man dann endlich, dass eine neue Maschine geholt wird und es gab nach fünf Stunden Warten endlich mal ein Sandwich und eine Flasche Wasser auf Kosten der Fluggesellschaft.
Bravo! Nun ging das Abenteuer erst richtig los, denn der Beratungsschalter befand sich außerhalb des Gates und man kam einfach nicht mehr zum Gate zurück. Das Sicherheitspersonal ließen meine Tochter und mich nicht mehr zurück und es begann eine schöne Odysee durch den Madrider Flughafen, die ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Wir mussten aus dem Nicht Schengener Bereich raus, kamen auch hier mit unserem Ticket nicht weiter, denn der sture Sicherheitsmensch wollte uns auch beim fünften Mal und vielen Tränen und meiner Verzweiflung nicht durch lassen. Wir sollten uns ein neues Ticket erstellen lassen, aber ausgerechnet heute wurde in Spanien sehr langsam gearbeitet und wir legten uns mit allen möglichem Personal an, futschten uns durch sämtliche Sicherheitskontrollen und Ausweiskontrollen vorbei immer mit der gleichen Verzweiflung, dass wir unseren Flug verpassen werden. Das Personal verstand einfach nicht, dass wir unseren Flug nicht verpasst haben, sondern dass er zu spät ist und wir jetzt wirklich dringend zum Gate gelangen müssen. Ich habe nur noch geheult. Zwei Stunden später kamen wir endlich am Gate an und siehe da, es war Boarding, nach sieben Stunden Verspätung und wir waren fix und fertig. Mit 8,5 Stunden Verspätung ging dann endlich das Flugzeug. Es kam ein Kracher nach dem nächsten, Panikattacken, dass wir abstürzen, hinter uns nur Spanier, die über zwei Stunden laut grölend Fußball schauten und zum Schluss ihren Triumph feierten und unsere Nerven lagen einfach nur noch blank. Es wurde dann endlich ein ruhiger Flug, der uns allerdings zuerst nach Guatemala brachte, was wir nicht wussten, um von dort aus, dann Managua zu fliegen. Es kam anders. In Guatemala angekommen, war es klar, dass es heute nicht mehr nach Nicaragua geht, weil wir den Anschlussflug verpasst hatten. Ich fragte beim Personal nach und erfuhr, dass sich das Bodenpersonal um uns kümmern wird und dann in San Salvador, bereits der vierte Flughafen, den wir sahen. Wir bekamen die Info, dass wir auf die Maschine morgens um 7 Uhr umgebucht worden sind und ein VIP Ticket für die Lounge, wo es nützlicherweise Schlafkabinen, Toiletten, Essen und Getränke gab. Es war 2 Uhr nachts. Ich konnte nicht mehr. Nach etwas Schlaf und zu essen, ging es dann endlich nach Managua, mit neun Stunden Verspätung und in der Zwischenzeit den fünften Flughafen. Das Karma ging weiter und unsere Koffer wurden zur Feier des Tages gleich zweimal geöffnet und durchgewühlt, bis wir dann endlich mal mehr als einen Flughafen zu sehen bekamen und Nicaragua betreten haben. Zum Glück wartete unser „Chofer“ und brachte uns nach Granada. Dort wartete der Verwalter des Airbnbs, das wir gebucht hatten und kümmerte sich rührend um uns. Ich war gleich von der herzlichen und zugleich warmherzigen Art der „Nicos“ angetan. Wie sich herausstellen sollte, war dies nicht die einzige dieser Begegnungen, wie wir später feststellen durften. Als wir endlich in unserem schönen. Airbnb ankamen, durchstreiften wir erst einmal die Stadt und landeten auf dem zentralen Marktplatz. Die Nicos waren neugierig und sprachen uns direkt an. Zum Glück sprechen wir beide fließend spanisch, so dass es ganz einfach war, mit ihnen zu kommunizieren. Sie waren keineswegs aufdringlich, eher neugierig und sehr höflich.
Wir machten einen Stadtrundgang mit einem einheimischen Guide und er erzählte uns unglaubliche, aber wahre Geschichten über diese wunderbare Land, dass doch politisch ziemlich gelitten hat und auch weiter unter der politischen Korruption leidet. Es ist so schade für dieses Land, in welchem so warmherzige Menschen wohnen. Granada ist eine tolle Stadt, dort gibt es viel zu entdecken. Und sie ist sehr farbenfroh zugleich. Was ich zuerst befremdlich befand war die die Tatsache, dass man auf der Straße auch vor der Bank seine Devisen LEGAL umtauschen kann. Ich fragte nämlich den Guide und er antwortete daraufhin, dass man in keinem Fall Falschgeld zu befürchten hat. Gesagt getan, ich liebe diese praktische Art der Latinos und setzte genau dies in die Tat um.
Wir ließen es uns nicht nehmen auch zum größten See Nicaraguas zu fahren. Das absolut erstaunliche ist, dass sich hier Bullenhaie aus dem Meer in dem süßen Seewasser wohl fühlen. Für uns war dies eher befremdlich und ich war erst skeptisch im See zu baden, aber als ich im See war, gab es kein Halten mehr und der See ist einfach wunderbar und einzigartig. Er hat eine Wasseroberfläche von ca. 21 km. Absolut empfehlenswert einen Ausflug dorthin zu machen. Das Wasser ist schön warm mit ca 28 Grad , genau richtig für eine Frostbeule wie mich.
Beeindruckend ist auch die Landschaft und die Vulkane des Landes, einige sind hochaktiv und einige sind schlafend. Als wir mit einem Guide und unseren Atv´s die Gegend um den Vulkan Mombacho erkundeten und mitten im Regenwald in einem so glasklaren und reinen Fluss schwammen, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Auch der hochaktive Vulkan Masaya war absolut beeindruckend mit seinem Krater von 400 m Höhe, in den damals, der Sage nach, das indigene Volk ihre Babys in den Krater geworfen haben, um die Götter nicht zu entzürnen. Das hat mich tief bewegt, denn welche Mutter wirft freiwillig ihr Kind in einen Vulkan. Dennoch lohnt sich ein Besuch des Vulkans, er raucht und brodelt gewaltig und riecht nach Schwefel. Der Guide erklärte so viel und wir gingen sogar zum „Baby Vulkan“ nach oben und überall kochte die Erde und es kamen „fumarolas“.
Was mir bei dieser Reise besonders auffiel, ist die Tatsache , dass die Nicos niemals aufdringlich waren, sondern ich erlebte sie als sehr warmherzige und überaus hilfsbereite und freundliche, neugierige Menschen. Es tut mir für dieses Land so leid, dass vieles zum Nachteil der Bewohner ist, (Gesundheitssystem, politische Lage etc.), aber wie so oft, kommen diese Menschen mit weniger aus, kämpfen sich durchs Leben und verlieren dabei sowohl ihre Hoffnung, als auch ihren Humor nicht. Nicaragua lohnt sich, gesehen zu werden und wer Lust auf andere Kulturen hat und auch neugierig ist, sollte eine Reise dorthin wagen.
Hier sind einige Eindrücke aus dem schönen Land, Nicaragua: v.l.n.r. : die Kolonialstadt Granada, der Apoyo See, der Masaya Vulkan, der Vulkan Mombacho und die wunderschöne Landschaft
Links
https://www.nicaraguaportal.de/managua/
https://www.nicaraguaportal.de/masaya/
https://www.getyourguide.com/de-de/naturschutzgebiet-apoyo-lagune-l143804/
Kommentar hinzufügen
Kommentare